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Wie ich zum Kampfsport gekommen bin – mein Weg zu echter Stärke

Eine wahre Geschichte über Angst, Gewalt und den Weg zu echter Stärke

Ich bin in einem Teil Hamburgs aufgewachsen, in dem der Ausländeranteil hoch war und das Einkommensniveau niedrig. Eine Gegend, in der Kinder früh lernten, sich durchzusetzen – oder unterzugehen. Ich war damals acht Jahre alt, eher ruhig, sensibel und weit davon entfernt, ein Kämpfer zu sein.

Die erste Kopfnuss im 8 Lebensjahr – und die erste Lektion in Härte

Eines Tages umzingelten mich acht Jungs auf dem Schulhof. Einer trat aus dem Kreis, schaute mich an – und verpasste mir eine Kopfnuss direkt auf die Nase. Sie brach sofort. Das Blut schoss nur so heraus. Eine Nachbarin nahm mich weinend mit nach Hause.

Doch dort wartete kein Trost. Mein Vater sah mich an, blutend und zitternd, und sagte:

„Wenn das noch einmal passiert, nimm dir einen Stein und hau ihm so lange auf den Kopf, bis er sich nicht mehr bewegt.
Sonst brauchst du gar nicht wieder nach Hause zu kommen.“

Grimmige Gruppe konfrontiert Schwächeren (Comic-Style)

Meine kindliche Antwort war nur: „Wir standen auf einem Rasenplatz. Da lagen keine Steine.“

Das war der Moment, in dem ich begriff: Hier schützt dich niemand.

Erpressung und Hilflosigkeit

Im selben Jahr erpresste mich ein etwa 14 jähriger Junge. Er drohte, meinem Vater zu erzählen, ich hätte geraucht, wenn ich ihm keine fünf Mark gebe.

Ich hatte keine fünf Mark. Und ich hatte Todesangst vor meinem Vater.

Diese Mischung aus Angst draußen und Angst zu Hause hat mich innerlich zerrissen – und gleichzeitig den Wunsch geweckt, irgendwann stark genug zu sein, um mich zu wehren.

Die zweite Kopfnuss – und der Versuch, mich zu behaupten

Mit zwölf Jahren gab es einen Jungen auf der Schule, der alle ärgerte. Er war groß, stark – viel größer als ich. Ich selbst war zu dieser Zeit korpulent, weil ich ein Jahr zuvor aufgehört hatte, beim Polizeisport Hamburg Leichtathletik zu trainieren.

Er stellte sich vor mich, drehte mir ständig die Nase um, bis sie blau anlief. Es tat höllisch weh. Ich hatte Tränen in den Augen. Irgendwann riss mir der Geduldsfaden. Ich holte aus und gab ihm eine Ohrfeige. Das machte ihn richtig wütend.

Er packte mich – und ich bekam die zweite Kopfnuss. Wieder brach meine Nase. Wieder Krankenhaus. Wieder derselbe Schmerz.

Die dritte Kopfnuss – und der Moment, in dem ich hätte zerbrechen können

Mit vierzehn Jahren spielten wir Basketball. Ein Junge, wieder größer und deutlich stärker, schubste mich, ich fiel hin – und ehe ich etwas sagen konnte, verpasste er mir die dritte Kopfnuss direkt ins Gesicht. Ich sah nichts mehr. Nur Blut. Zum Glück griffen Freunde ein und retteten mich vor weiteren Schlägen.

Im Bus zum UKE fragte ich meinen besten Freund, ob er glaube, dass meine Nase gebrochen sei. Er grinste und sagte:

„Schau mal in die Scheibe.“

 

Meine Nase war komplett schief und eingedrückt.

Diesmal blieb ich länger im Krankenhaus. Sie war nicht nur gebrochen – sie war völlig deformiert.

Selbstbewusster, trainierter Jugendlicher schlägt gegen am Boxsack(Comic-Style)

Der faire Ringkampf – das erste Mal, dass ich merkte: Ich kann bestehen

Kurz nach dieser Zeit gab es ein Brüderpaar aus der Gegend. Der jüngere Bruder, in meinem Alter, wollte sich unbedingt mit mir prügeln – warum auch immer. Ich selbst hatte überhaupt kein Problem mit ihm. Ich wollte keinen Streit, keinen Kampf. Also schlug ich etwas anderes vor: Fairness. Regeln. Respekt.

Wir gingen auf den Rasen – wieder derselbe Schulhof wie damals – und ich sagte, dass wir unter Aufsicht seines älteren Bruders ringen können. Kein Schlagen, kein Treten, kein Hinterhalt. Einfach ein fairer Vergleich.

Wir rangen zweimal. Ich gewann beide Male. Danach gaben wir uns die Hand. Der Streit war erledigt. Wir verließen gemeinsam den Schulhof.

Das war das erste Mal, dass ich spürte:

Wenn es fair ist, kann ich bestehen.
Wenn es Regeln gibt, kann ich mich behaupten.

Ein kleiner Moment – aber einer, der viel in mir bewegt hat.

Der Tag, der mich hätte töten können

Kurz danach luden mich die beiden Brüder zu sich nach Hause ein. Ich dachte mir nichts, setzte mich auf das Sofa – ein normaler Nachmittag, dachte ich. Der ältere Bruder verließ den Raum und kam zurück. In seiner Hand: ein Revolver. Er hielt ihn mir aus wenigen Zentimetern ins Gesicht.

Ich sagte seinen Namen und meinte:

„XXXXX, was soll das? Nimm das Ding aus meinem Gesicht. Die ist geladen!“

 

Ich sah die Patronen in der Trommel. Im nächsten Moment löste sich ein Schuss. Ich sah das Mündungsfeuer. Ich hörte den Knall. Dann wurde alles verschwommen. Panik. Schwarz. Und dann Schmerz. Mein ganzer Kopf brannte buchstäblich wie Feuer. Blind rannte ich aus der Wohnung, stürzte die Treppen hinunter und lag vor dem Wohnhaus auf dem Rasenstück. Ich war im Schock, hatte Atemnot und hustete unentwegt.

Vom Schmerz wie gelähmt – ich konnte nicht schreien. Alles, was aus mir herauskam, war ein wimmern und röcheln. Jemand brachte mir irgendwann einen Eimer Wasser. Ich hielt mein Gesicht hinein, weil ich mir anders nicht zu helfen wusste. Ich hörte einen weiteren gerade vorbeigehenden Jungen lachend sagen: “Ha, schau mal! Zeki hat Sommersprossen.”

Elf Tage im Krankenhaus – und die Frage, ob ich jemals wieder sehen kann

In der Notaufnahme sah man erst das ganze Ausmaß: Die Schmauchpartikel – winzige Metallstücke – hatten sich in mein Auge und in die Haut meines Gesichts gebrannt. Eine Krankenschwester versuchte, diese Partikel erst mit einer Einwegzahnbürste (mit Zahnpasta) und später mit einer abgenutzten Metallbürste zu entfernen. Der Augenarzt entfernte die Partikel im Auge mit einer Kanüle. Und das alles unter den Schmerzen des CS-Gases.

Ich lag elf Tage im Krankenhaus. Nach vier Tagen hob ich den Verband – gegen ärztlichen Rat.

Ich erschrak:

Mein Auge war im wahrsten Sinne des Wortes Matsch.Wir wussten nicht, ob ich jemals wieder richtig sehen könnte. Am Ende blieb eine etwa 60-prozentige Trübung auf diesem Auge zurück.

Der Moment, in dem ich entschied, nie wieder Opfer zu sein

Es waren diese Vorfälle – und der Umgang meines Vaters. Ich benutze bewusst nicht das Wort Erziehung. All das zusammen führte zu einer klaren Entscheidung:

  • Ich will nie wieder Opfer sein.
  • Ich will keine Angst mehr haben – weder auf der Straße noch zu Hause.
  • Ich will stark werden.

Und rückblickend kann ich sagen:

Drei Kopfnüsse sind drei zu viel 😉

Aber immerhin weiß ich heute sehr genau, wie man so etwas verhindert – der SCHMERZ war damals sozusagen mein erster „Trainer“. Er war wie eine heiße Herdplatte, die keine langen Erklärungen liefert, sondern durch eine sofortige, unmissverständliche Reaktion lehrt. Nicht der angenehmste Coach, aber definitiv der konsequenteste. Heute gebe ich Menschen die Abkürzung weiter, für die meine Nase früher den vollen Preis bezahlt hat.

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Der Kampfsport hat mich nicht nur stärker gemacht. Er hat mich zu einem besseren Menschen gemacht – in jeder Hinsicht

Der Kampfsport hat mich nicht nur stärker gemacht. Er hat mich zu einem besseren Menschen gemacht – in jeder Hinsicht.

Der Kampfsport hat mich gelehrt:

  • Verantwortung für mich und mein Leben zu übernehmen
  • meine Energie zu kontrollieren, statt mich von ihr kontrollieren zu lassen
  • meine eigenen Grenzen zu erkennen – körperlich wie emotional
  • Demut zu entwickeln, vor mir selbst, vor anderen und vor dem Weg
  • Respekt zu geben und ihn im Gegenzug auch einzufordern
  • klare Grenzen zu setzen, wenn es nötig ist
  • Struktur zu leben, auch wenn das Leben chaotisch ist
  • Disziplin nicht als Zwang zu sehen, sondern als Freiheit
  • klar zu bleiben, wenn Situationen brenzlig oder unübersichtlich werden
  • mich selbst und andere zu schützen – körperlich, psychisch und emotional
  • meinen Selbstwert zu finden und ihn nicht mehr aus der Hand zu geben

Der Kampfsport hat mir etwas gegeben, das ich damals nie hatte: Ruhe. Selbstwert. Würde. Und die Fähigkeit, anderen genau das weiterzugeben. Ich wollte damals nicht mehr Opfer sein.

Heute helfe ich anderen und das macht mich sehr glücklich.

 

Und rückblickend weiß ich:

Nicht weil diese Erlebnisse gut waren, bin ich hier. Sondern weil ich aus ihnen etwas Gutes gemacht habe.

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Gemeinsam arbeiten wir an Körper und Kopf — damit Stärke verantwortungsvoll bleibt.

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